Schloss etabliert sich als Besuchermagnet

Von Carolin Barth, Sächsische Zeitung

Das Barockschloss in Oberlichtenau startet mit einer neuen Konzertreihe in die Saison. Auch weitere Sanierungsarbeiten und 40 Hochzeiten stehen an.

Das edle Porzellan ist geputzt, die riesigen Kronleuchter glitzern, das alte Parkett ist gewienert. Die Maler, die derzeit die Wände im Treppenhaus frisch streichen, werden rechtzeitig fertig. Die Gäste können kommen. Gern zu tausenden. Die Schlossherren Ank und Harm Holthuizen wollen ihr Kleinod zeigen. Sie machen ihr Versprechen wahr, öffnen ihre Türen und laden Besucher zum Staunen, Schauen und Genießen zu sich nach Hause ein. Die diesjährige Saison im Barockschloss Oberlichtenau soll noch erfolgreicher werden als im Vorjahr. Ein vielseitiges und innovatives Programm soll Besucher aus der Region, ganz Deutschland und Europa anziehen.

 

Chance für junge Musiker

Den Anfang macht am 28. März der Auftakt zu einer Kammerkonzertreihe im Barocksaal. „Wir geben begabten Nachwuchsmusikern die Chance, sich einem breiten Publikum zu zeigen“, sagt Harm Holthuizen. Vier festliche Kammerkonzerte sind geplant. Mit der Förderung junger Talente wagen sich Holthuizens auf neues Terrain und werden dabei vom Profimusiker Andreas Hecker aus Dresden unterstützt. „Wir bieten Konzerte in Top-Qualität und spielen so in der Region in Sachsen Kultur eine wesentliche Rolle.“ Dabei helfen soll auch die Sammlung des wertvollen Porzellans. Sie wächst stetig und verteilt sich auf alle Räume. Gut 27 Objekte haben die Schlossbesitzer zusammengetragen. Erstmals ausgestellt werden die zerbrechlichen Kostbarkeiten zum Start der Konzertreihe. Doch nicht nur Konzerte und Porzellan locken Besucher. Es werden vor allem die Hochzeiten sein, die das Schloss zum überregionalen Besuchermagneten machen. Die Zahl übertrifft schon jetzt alle Erwartungen. „Wir haben bislang 40 Anmeldungen für Trauungen und zwölf für große Feiern bei uns“, sagt Ank Holthuizen. Sie übernimmt die Planung und die individuellen Absprachen mit den zukünftigen Eheleuten. Der Andrang auf die Termine ist enorm, mitunter finden vier Trauungen hintereinander statt. Einige Paare mussten auf einen Freitag ausweichen, da Wochenendtermine ausgebucht sind. Brautleute kommen mitunter aus Hamburg, Berlin oder Stuttgart, um im barocken Ambiente in Oberlichtenau Ja zu sagen. Am 24. April startet die Hochzeitssaison. Damit auch betagte Gäste der Hochzeitsgesellschaften barrierefrei im Barockschloss übernachten können, werden gerade im Erdgeschoss drei neue Gästezimmer sowie ein Badezimmer eingerichtet. „Wir haben immer wieder Nachfragen nach Zimmern im Erdgeschoss“, sagt Ank Holthuizen. „Platz haben wir schließlich ja genug.“

 

Dachsanierung startet

In einem der zahlreichen Zimmer richtet das Ehepaar aus den Niederlanden das neue Museum ein. Einige wertvolle historische Exponate stehen schon bereit. Unter anderem Dokumente früherer Bewohner wie Graf von Brühl oder Graf von Holtzendorf, der das Schloss einst bauen ließ. Auch eine Glocke aus dem Jahre 1721 wird erstmals aufgestellt. Sie wurde zu Ehren des Schlossbaus gegossen, aber durfte niemals läuten. Denn ein Dachtürmchen ist nie entstanden. „Das Schloss hat so eine lange Historie, die müssen wir den Besuchern doch zeigen“, so Harm Holthuizen. An der Bewahrung der Histoire des Schlosses bemühen sich die Holthuizens auch im zweiten Jahr nach ihrem Einzug fleißig gearbeitet. Schließlich soll das Barockschloss streng nach Denkmalschutzauflagen nach Auflagen des Denkmalschutzes seinen alten Glanz zurück erhalten. Nach der Restaurierung des Garten- und des Festsaals beginnt nun die Restaurierung der Putten im Schlosspark beginnen. Zuvor müssen begonnene Reinigungen noch beendet werden. Sämtliche Schäden, wie fehlende Nasenspitzen oder Finger der Figuren sind aufgelistet. Wenn die Hochzeitspaare im Herbst dann alle glücklich getraut sind, wird die dringend nötige Sanierung des Dachstuhls angegangen. Insgesamt schätzten Denkmalschützer den Zustand als recht passabel ein, einige Balken jedoch müssen dringend ausgetauscht werden. Doch bevor voraussichtlich im Herbst die Bautrupps anrücken und Staub fällt, empfangen Ank und Harm Holthuizen ihre Gäste im gebügelten Hemd. Sie freuen sich darauf, tausende Hände zu schütteln.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 27. April 2010 um 23:09 Uhr